Shore A vs. Shore D: Wenn das Bauteil steif sein muss
Ein thermoplastisches Elastomer mit 40 Shore D ist härter als eines mit 90 Shore A - trotz der kleineren Zahl. Shore A und Shore D sind getrennte Durometer-Skalen, und die Werte als eine durchgehende Rangfolge zu lesen ist einer der häufigeren Spezifikationsfehler in der Elastomerauswahl. Dieser Leitfaden erklärt den Unterschied - und wann ein harter Shore-D-Typ die richtige Antwort ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Shore A und Shore D verwenden unterschiedliche Eindringkörper und Lasten. Die Zahlen liegen nicht auf einer gemeinsamen Skala.
- Die Shore-A-Skala sättigt nahe ihrem oberen Ende; oberhalb von etwa 90 Shore A differenziert sie kaum noch - dort übernimmt Shore D.
- Eine verlässliche universelle Umrechnung zwischen den Skalen existiert nicht - veröffentlichte Tabellen sind polymerabhängige Näherungen.
- Shore-D-TPE verhält sich eher wie ein flexibler Kunststoff als wie Gummi: Es trägt Last und hält die Form, bei erhaltener Schlagzähigkeit.
- Die drei Shore-D-Typen dieses Katalogs sind sämtlich UV- und wärmestabilisierte Extrusions-Compounds.
Warum es zwei Skalen gibt
Ein Durometer misst, wie tief ein genormter Eindringkörper unter definierter Kraft in ein Material eindringt. Shore A nutzt einen relativ stumpfen Eindringkörper und eine leichtere Feder - das löst Unterschiede zwischen weichen, gummiartigen Materialien gut auf. Drückt man ihn in etwas wirklich Steifes, drängen sich die Werte in den hohen Neunzigern, wo kleine Zahlenunterschiede keinen bedeutsamen Materialunterschieden mehr entsprechen.
Shore D löst das mit einem spitzeren Eindringkörper und höherer Kraft. Die Skala ist für das harte Ende des Spektrums gemacht und differenziert steife Materialien so, wie Shore A weiche differenziert. Beide überlappen irgendwo in der Mitte - aber ein Wert der einen Skala lässt sich nicht als Wert der anderen lesen.
Was das praktisch bedeutet
Wer "40 Durometer TPE" ohne Skala spezifiziert, kann entweder ein weiches, nachgiebiges Compound erhalten, das unter Daumendruck nachgibt - oder ein steifes, das sich von Hand nicht verformen lässt. Das sind völlig verschiedene Materialien für völlig verschiedene Bauteile.
Deshalb führt der FARRPRENE Katalog die Shore-A-Typen zuerst und die Shore-D-Typen getrennt danach, jeweils innerhalb der eigenen Skala geordnet, statt die Zahlen zu einer einzigen Rangfolge zu verschmelzen.
Die Shore-D-Typen dieses Sortiments
| Typ | Härte | Zugfestigkeit | Reißdehnung | Dichte | MFI 230°C | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FARRPRENE EF400DV | 40 Shore D | 12 MPa | >850% | 1,22 | 8,1 | UV- und wärmestabilisiert, seidige Haptik |
| FARRPRENE EF401DV | 40 Shore D | 17,4 MPa | >750% | 1,094 | 5,5 | UV- und wärmestabilisiert |
| FARRPRENE EF520DV | 52 Shore D | 18,5 MPa | >750% | 1,108 | 2,7 | UV- und wärmestabilisiert, seidige Haptik |
Zwei Dinge stechen hervor. Erstens die Zugfestigkeit: FARRPRENE EF520DV veröffentlicht 18,5 MPa - der höchste Wert des Katalogs und rund das Dreifache eines typischen mittleren Shore-A-Typs. Zweitens bleibt die Reißdehnung hoch - über 750% bei allen dreien. Es sind also weiterhin Elastomere, keine steifen Kunststoffe: Sie dehnen sich und erholen sich, sie widerstehen dem Eindringen nur weit stärker.
Alle drei sind Extrusionstypen mit niedrigem Schmelzfluss (2,7 bis 8,1 g/10 min bei 230°C), was stabiler Profilgeometrie entgegenkommt, und alle drei tragen sowohl UV- als auch Wärmestabilisierung.
Wann Shore D statt hartem Shore A?
Wechseln Sie zu Shore D, wenn das Bauteil seine Form unter dauerhafter Last halten muss, statt zu dichten oder zu dämpfen. Harte Extrusionsprofile, Strukturblenden, Kantenschutz und halbstarre Schutzabschnitte sind die typischen Fälle. Soll das Bauteil komprimieren und sich erholen - eine Dichtung, ein Griff, ein Dämpfungspad - bleiben Sie auf der Shore-A-Skala, wo selbst die härtesten Typen wie FARRPRENE EF902AV mit 90 Shore A spürbar nachgiebig bleiben.
Ein brauchbarer Test: Würde es Sie enttäuschen, wenn sich das Bauteil unter Handdruck verformt, suchen Sie vermutlich Shore D.
Alle genannten Werte sind typische Durchschnittswerte aus einer begrenzten Stichprobe, keine verbindliche Spezifikation. Fordern Sie das unterschriebene Datenblatt mit aktuellen Werten an.
Hinweis zum Geltungsbereich. Die Empfehlungen auf dieser Seite stützen sich auf veröffentlichte mechanische Kennwerte - Härte, Zugfestigkeit, Reißdehnung, Schmelzflussindex, Dichte, Basispolymer und Stabilisierung. Lebensmittelkontakt, Hautkontakt, Biokompatibilität, Flammschutz, halogenfreie Rezeptur und elektrische Eigenschaften sind im öffentlichen Katalog nicht charakterisiert und erfordern ein separat qualifiziertes Compound mit entsprechender Prüfung. Kontaktieren Sie uns, um einen Typ dafür zu qualifizieren.
Häufig gestellte Fragen
Ist 40 Shore D härter als 90 Shore A?
Ja, erheblich. Es sind unterschiedliche Durometer-Skalen mit unterschiedlichen Eindringkörpern und Lasten. Die Shore-A-Skala ist für weiche, gummiartige Materialien gemacht und verliert nahe ihrem oberen Ende an Auflösung; für härtere Materialien übernimmt Shore D. Ein Compound mit 40 Shore D ist ein steifes Material, während 90 Shore A weiterhin ein festes Elastomer ist.
Wie rechne ich Shore A in Shore D um?
Verlässlich gar nicht. Umrechnungstabellen existieren, sind aber polymerabhängige Näherungen - ein umgerechneter Wert taugt nie als Spezifikation. Sind beide Skalen für Ihre Konstruktion relevant, messen oder spezifizieren Sie auf der Skala, die Sie tatsächlich kontrollieren wollen.
Sind Shore-D-TPE-Typen noch flexibel?
Ja - wenn auch weit weniger nachgiebig als Shore-A-Typen. Die drei Shore-D-Compounds dieses Katalogs veröffentlichen sämtlich eine Reißdehnung über 750%; sie dehnen sich also substanziell und erholen sich wieder. Sie widerstehen dem Eindringen und halten ihre Form unter Last - genau das unterscheidet sie vom weicheren Sortiment.
Wofür werden Shore-D-TPE-Typen eingesetzt?
Harte Extrusionsprofile, Strukturblenden, Kantenschutz und halbstarre Schutzabschnitte - Bauteile, die ihre Geometrie unter Last halten müssen und trotzdem schlagzäh bleiben. Für Dichtung und Dämpfung sind sie weniger geeignet; dort erholt sich ein nachgiebiger Shore-A-Typ unter Kompression besser.
Warum sind alle Shore-D-Typen Extrusionstypen?
In diesem Katalog sind sie für die Profilextrusion formuliert, mit niedrigem Schmelzfluss zwischen 2,7 und 8,1 g/10 min bei 230°C, damit das Profil seine Geometrie zwischen Düse und Kühlstrecke hält. Wenn Sie einen harten Typ für den Spritzguss brauchen, kontaktieren Sie uns zur Entwicklung.
Weiterführende Leitfäden
- Shore-Härte bei TPE: Auswahlleitfaden
- TPE-Typ richtig auswählen: Leitfaden für Konstrukteure
- TPE für die Profilextrusion: Typenauswahl
- Warum Härte nicht Festigkeit bedeutet: Zugfestigkeit bei TPE
Über das FARRPRENE Sortiment
FARRPRENE ist das Sortiment thermoplastischer Elastomer-Compounds (TPE) der Farr Polychem FZCO, eines Kunststoff-Compoundeurs in der Jebel Ali Free Zone, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, mit Lieferung in die VAE, die MENA-Region und nach Europa. Das Sortiment umfasst Spritzguss- und Extrusionstypen von weichen, gelartigen Shore-A-Compounds bis zu harten Shore-D-Compounds, ungefüllt-transluzent oder gefüllt-natur, farblich einstellbar nach Kundenreferenz; kostenlose Muster und technische Datenblätter auf Anfrage. Zum vollständigen Katalog, zur Vergleichstabelle aller Typen oder direkt ein Muster anfordern.
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